Engelbert Strauss Arbeitsschuhe – Marke ohne Zwischenhandel

engelbert strauss verkauft ausschließlich das eigene Programm und ausschließlich selbst: kein Fachhandel, kein Baumarktregal, keine Fremdmarken im Sortiment. Das familiengeführte Unternehmen aus Biebergemünd in Hessen entwickelt Arbeitskleidung und Schuhe im Haus, kennzeichnet die Eigenmarke mit dem Kürzel „e.s." und liefert über Katalog, Onlineshop und die eigenen workwearstores. Dieses Modell bestimmt, wie du beraten wirst, wie du anprobierst und wie eine Rückgabe abläuft.

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Direktvertrieb als Geschäftsmodell

Ein Hersteller, der über den Handel geht, muss sein Sortiment so bauen, dass es im Regal eines Händlers neben fremden Marken funktioniert. Strauss hat dieses Regal nicht. Dadurch entsteht ein durchgestaltetes Programm: Schuhe, Hosen, Jacken und Zubehör gehören zu Kollektionen, sind farblich aufeinander abgestimmt und werden gemeinsam beworben. Der dicke Katalog ist dabei nicht Nostalgie, sondern Vertriebskanal – viele Betriebe bestellen bis heute daraus.

Die Kehrseite ist die fehlende zweite Bezugsquelle. Es gibt keinen anderen Anbieter, bei dem dasselbe Modell steht, keinen Händler, der die Restgröße noch im Lager hat, und keine Fremdmarke, mit der du im selben Warenkorb vergleichen könntest. Was du bei Strauss bekommst, bekommst du bei Strauss – oder gar nicht. Wer maximale Auswahl über mehrere Hersteller sucht, ist im offenen Handel besser aufgehoben; einen Überblick liefert der Markenvergleich.

Beratung, Anprobe, Rückgabe

Ohne Fachhandelstheke verlagert sich die Beratung in den Shop und in die eigenen Filialen. Die workwearstores sind die einzige Gelegenheit, mehrere Modelle nebeneinander anzuziehen; liegt keiner in erreichbarer Nähe, bleibt die Bestellung auf Verdacht. Bestell dann lieber zwei Größen desselben Schuhs, probiere nachmittags und mit Arbeitssocke an und geh ein paar Minuten auf hartem Boden – nicht auf Teppich, denn der verzeiht jede Fehlgröße.

Bei der Rückgabe zählt, wer bestellt: Als Privatperson hast du im Fernabsatz das gesetzliche 14-tägige Widerrufsrecht. Bestellt dein Betrieb auf Firmenrechnung, gilt das nicht automatisch, denn zwischen Unternehmen greift der Fernabsatzschutz nicht – dort entscheiden die Vertragsbedingungen. Praktischer Rat in beiden Fällen: Karton und Beileger aufheben und nur drinnen laufen, solange die Entscheidung offen ist. Eine besohlte, außen getragene Sohle macht jede Rücksendung strittig.

Ein Eigenmarken-Sortiment über alle Klassen

Weil das gesamte Programm aus einer Hand kommt, deckt es die Normbreite deutlich weiter ab als ein spezialisierter Hersteller:

BereichTypische KlassenWofür gedacht
Berufsschuhe ohne KappeO1, O2 nach EN ISO 20347Service, Werkstattbüro, Lager ohne Stoßgefahr
Halbschuhe in Sneaker-OptikS1, S1P, S1PSMontage, Handwerk in der Halle
Leder- und Textilschuhe für draußenS2, S3, S3SBau, Garten- und Landschaftsbau, Außendienst
Sandalen und SommermodelleS1, S1PHitze, Halle, kurze Wege
Stiefel und WinterausführungenS3, S5Nässe, Schlamm, kalte Baustelle

Dazu kommen ESD-Varianten, Damenmodelle auf eigenem Leisten und ein starker Fokus auf Optik – Farbakzente, Sneaker-Silhouetten und passende Kleidungslinien sind Teil des Verkaufsarguments. Welche Klasse für dich zählt, klärt vorher der Schutzklassen-Ratgeber; die Kürzel hinter der Klasse stehen in den Kennzeichnungen.

Für wen die Marke passt

Gut geeignet: Betriebe, die Kleidung und Schuhe im selben Erscheinungsbild ausstatten wollen, Azubis und Selbstständige, die alles in einer Bestellung erledigen, und alle, denen die Optik ihres Arbeitsschuhs wichtig ist. Weniger geeignet: ausgeprägt breite Füße mit Bedarf an einem echten Weitensystem, Träger zertifizierter orthopädischer Einlagen und Sondereinsätze wie Forst oder Feuerwehr – dort sind Spezialisten die bessere Adresse. Wer schon weiß, dass es die oberste Klasse werden soll, springt direkt zu Strauss S3.

Häufige Fragen

Gibt es engelbert strauss im Fachhandel?

Nein. Das Unternehmen beliefert keine Händler und keine Baumärkte, sondern verkauft nur selbst – über den eigenen Onlineshop, den Katalog und die workwearstores. Angebote unter diesem Namen an anderer Stelle sind Weiterverkäufe Dritter, mit den üblichen Unsicherheiten bei Größe, Zustand und Nachlieferbarkeit.

Können auch Privatpersonen dort bestellen?

Ja, das Sortiment steht Gewerbe und Privatkunden offen. Für Privatbestellungen gilt das gesetzliche Widerrufsrecht im Fernabsatz, bei Firmenbestellungen richtet sich die Rückgabe nach den vereinbarten Bedingungen. Bezahlt werden muss die Schutzausrüstung im Arbeitsverhältnis ohnehin vom Arbeitgeber.

Wofür steht das Kürzel „e.s." auf den Artikeln?

Es kennzeichnet die Eigenmarke des Unternehmens und taucht deshalb vor fast jeder Produktbezeichnung auf, vom Schuh bis zur Bundhose. Es sagt nichts über die Schutzklasse aus – die steht separat als S- oder O-Angabe im Schuh.